Rede vom 26.02.2026 gegen KiTa-Schließungen

TEAM KINDERGARTEN!

Ich möchte noch einmal ganz von vorne beginnen, weil zu dieser Thematik viel gesprochen wurde und die Gemüter – zu Recht – erhitzt sind.
Ich stelle mir das so vor: Im Sommer saßen Sie, Herr Kießig, in der Stadtverwaltung. Frau Kutscher kam mit einem Vorschlag, den sie offenbar in ihrem Büro erarbeitet hatte, zu Ihnen, und Sie sagten: „Ja, so machen wir es.“ Offenbar war man sich relativ schnell einig.

Man wollte – der Fairness halber – die Elternratsvorsitzenden und die KiTa-Leitungen informieren. Aber bitte nicht mehr als unbedingt nötig.
Kurz gesagt: Es gab Redeverbote für alle, die frühzeitig informiert waren, um das Thema klein zu halten. Zum Glück haben sich die Eltern daran nicht gehalten und das Thema in die Öffentlichkeit getragen.
Sie beteuern zwar vehement, ein solches Redeverbot habe es nie gegeben. Aber wenn mehrere Personen unabhängig voneinander dasselbe berichten, dann ist meistens etwas dran. Im Zweifel zeigt die Erfahrung, dass die Stadtverwaltung manchmal eine sehr eigene Erinnerungskultur pflegt.


Und anstatt das Thema dann transparent, strukturiert und lösungsorientiert anzugehen, wurden die Eltern nicht vollumfänglich informiert.
Stattdessen wollte man die Eltern innerhalb weniger Wochen zu einer Vereinsgründung drängen – ohne belastbare Perspektive, ohne langfristige Zusage. Als die Eltern dieses Angebot ausschlugen, wurde ihnen indirekt der schwarze Peter zugeschoben.


Die Eltern kämpfen lautstark gegen eine Verwaltung, die nicht den Eindruck vermittelt hat, ernsthaft an einer offenen Debatte interessiert zu sein. Das hat auch die Veranstaltung im November in Fremdiswalde deutlich gezeigt.

Die Eltern haben sich mit Förderthematiken beschäftigt, Eigenleistungen zur Sanierung angeboten oder auch ein neutrales Gutachten gefordert. Alles wurde verwehrt beziehungsweise ignoriert.


Wir sollen hier heute über drei KiTa-Schließungen entscheiden – zugunsten einer riesigen neuen Einrichtung, für die weder Finanzierung noch langfristige Tragfähigkeit abschließend geklärt sind. Selbst der Minister sagt: Für KiTas gibt es keine Förderung, und über andere Geldquellen wird erst nach der Sommerpause entschieden. Warum also die Eile? Warum sollten wir schon im Dezember darüber abstimmen, und warum müssen wir es jetzt tun?


In den vergangenen Jahren wurden kaum Investitionen in die drei bestehenden Gebäude getätigt. Das Ergebnis sehen wir heute.
Dafür trägt Herr Kießig persönlich keine Verantwortung – wohl aber jene Amtsleitungen, die seit Jahren unverändert im Amt sind. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, als habe man strukturell auf genau diesen Punkt hingearbeitet.


Kindergärten sind keine Haushaltspositionen. Sie sind Lebensorte, soziale Knotenpunkte, Bildungseinrichtungen – die Herzstücke der Dörfer.
Nach und nach verschwindet alles: erst der Konsum, dann die Post, dann die Bankfiliale – und irgendwann die KiTa. Und jedes Mal heißt es: wirtschaftliche Zwänge. Aber am Ende verschwindet Stück für Stück das Dorfleben.


Eine familienfreundliche Infrastruktur ist kein Luxus. Sie ist die Grundlage für lebendige Dörfer. Nur so kann Zuzug gelingen, und das wünschen wir uns doch alle.


Wer im Wahlkampf von der Stärkung des ländlichen Raums spricht, der darf, wenn es konkret wird, nicht genau diese Strukturen schwächen.
Wir treffen hier Entscheidungen auf dem Rücken der Kleinsten – Entscheidungen, die sie nicht treffen können, aber mit denen sie leben müssen.
Was macht es mit einem Kleinkind, wenn es nach zwei Jahren plötzlich in ein völlig neues Umfeld wechseln muss? Neue Kinder. Neue Erzieherinnen. Neue Räume.
Das ist kein bloßer Verwaltungsakt – das ist ein massiver Einschnitt in eine sensible Entwicklungsphase.
Man darf diese Thematik nicht ausschließlich finanziell betrachten, sondern muss auch die psychologische Dimension ernst nehmen.


Wenn wir heute der Schließung dieser drei KiTas zustimmen, öffnen wir Tür und Tor für weitere Diskussionen dieser Art – also für weitere Schließungspläne aus der Stadtverwaltung. Dann steht irgendwann Döben zur Debatte. Oder Leipnitz. Und wer weiß, welche noch.


Zum Schluss möchte ich mit einem Liedzitat schließen, das sinnbildlich für zivilgesellschaftlichen Widerstand steht:
„So lang‘ noch einer f… euch alle schreit, ist hier noch nicht verloren.“
Ich bin dankbar, dass die Eltern ihren Unmut deutlich äußern und nicht schweigend akzeptieren, wenn politische Entscheidungen die Zukunft ihrer – unserer – Kinder gefährden.

Grimma zeigt Kante
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren.